
Sie kennen sich seit vielen Jahren, kickten zusammen auf dem Fußballplatz und bringen nun auf allen Festivals der Welt die Tanzflächen zum Beben. Die Rede ist vom deutschen Powerduo und den Produzenten des neuen Festivalhits „My Party“ AXMO!
Ravepedia: Hey AXMO, schön euch zu sehen und vielen Dank, dass ihr euch heute für uns Zeit genommen habt – Wie läuft das Jahr 2025 bisher für euch?
AXMO: Soweit auf jeden Fall sehr gut. Im Januar und Februar ist für Djs generell immer wenig los aber wir haben in Asien gestartet und das TMF ist jetzt das erste große Event, vor allem das erste große Festival hier in Deutschland und es war wirklich richtig gut. Die Crowd war im letzten Jahr schon richtig krass, aber dieses Jahr waren sie nochmal heftiger drauf – wir können uns also auf jeden Fall nicht beklagen. So früh im Jahr schon diese Energie zu haben ist der Hammer!
Ravepedia: Ihr habt euch 2018 gegründet – wie entstand damals das Projekt AXMO und hättet ihr gedacht, so schnell so große Erfolge zu feiern?
AXMO (Andre): Man muss wissen, dass Morten und ich (Andre) schon seit einer sehr langen Zeit Freunde sind und auch schon zusammen Fußball gespielt haben und all das. Morten hat damals im Club als DJ gearbeitet und ich habe Musik produziert. Und dann dachten wir uns, Morten hat die Live-Erfahrung und ich produziere, lass uns doch einmal etwas annähern und etwas zusammen machen.
Morten: Ich glaube es lag daran, dass wir beide sowieso EDM-Affin waren, wir haben beide Instrumente gespielt, ich zum Beispiel Saxophon, und dann ist man generell zusammengekommen und hat dieselbe Musik gefeiert und ist dann auch zusammen auf Festivals gegangen. Meine Zeit aus dem HALO mit meiner Club-Erfahrung hat uns dann nochmal geholfen, die Sache Seriös zu machen. Wir haben es als Hobby angefangen aber immer mit der Intention es seriös, professionell zu gestalten.
Andre: Im Endeffekt haben wir einen Song produziert, ihn an W&W geschickt und dann ist mit Rave Love alles seinen Weg gegangen.
Ravepedia: Ihr habt also aus eurem Hobby etwas richtig Großes gemacht…
AXMO: So ist es ja bei vielen Dingen. Es ist ja nun mal so, dass es bei dem, was du machst nicht in erster Linie um die Kohle geht, sondern um die Leidenschaft die man damit verbindet, denn dann spüren das die Leute auch. Wir glauben, wenn du es nur als Business für die Kohle startest, dann schaffst du es am Ende auch nicht.
Ravepedia: Könnt ihr euch noch an euer erstes großes Booking erinnern? Wie war das damals für euch?
AXMO: Das erste große Booking, das wir hatten, war Parookaville 2023. Die haben am Donnerstag immer ein Festival Opening Side für die Camper und die Dessert Valley Stage ist unglaublich groß und das war unsere erste große Show, und das auch noch als Closing. Das war dann auch noch direkt nach W&W und war direkt am Anfang schon mit das Krasseste, was uns passiert ist und sicher eines unserer Highlights.

Ravepedia: Heute seid ihr von den großen Festivals nicht mehr wegzudenken – was bedeuten euch die Liveauftritte? Ihr zeichnet euch ja auch durch eure energiegeladenen Sets aus.
AXMO: Für uns sind diese Liveauftritte essenziell wichtig für unsere Studiotage, weil wir dabei sehen können, was funktioniert, was funktioniert nicht. Wir hatten auch heute wieder einen Moment, in dem wir gemerkt haben, dieser Song war richtig gut, den müssen wir zu Ende machen aber auch okay, der war jetzt nicht so geil. Die Liveauftritte sind quasi unsere Quintessenz, damit wir erfolgreich arbeiten können. Wir könnten ohne diese Auftritte nicht existieren, denn wir wollen ja auch für die Menschen Musik rausbringen, die Live funktioniert. Wir wollen nicht unbedingt ins Radio, sondern die Menschen erreichen, die auch wirklich auf den Festivals sind.
Du merkst bei den Menschen auch, wenn sie etwas nicht kennen, dass sie verhalten reagieren. Sie sind immer noch am Start, aber sie sind nicht 100 Prozent da. Manchmal entwickelt sich das dann aber bis dann der Drop kommt und dann denkst du dir, „Okay, vielleicht sollten wir den doch zu Ende bringen“. Bei anderen Songs wiederum reichen die ersten Sekunden und die Leute gehen sofort darauf ab.
Bei „My Party“ war es zum Beispiel so, dass wir ihn in Tokio das erste Mal gespielt haben. Die Menschen dort haben dann erstmal total verhalten reagiert, weil ihn dort die Meisten gar nicht kennen und dann kam der Drop und die Melodie und dann waren die Leute richtig am Start. Da haben wir dann gemerkt, wenn das sogar in Japan funktioniert und dann auch hier in Deutschland, dass wir den Song eventuell rausbringen sollten.

Ravepedia: Ihr habt im Laufe eurer Karriere einige große Tracks rausgebracht – Gibt es einen Song, mit dem ihr etwas Besonderes verbindet?
Axmo (Morten): Ich würde für mich sagen, dass da „Rave Love“ und „Heaven is an place on earth“ schon herausstechen. Erstens sind diese Tracks mit W&W zusammen und zweitens haben sie uns eine große Aufmerksamkeit beschert. Zusätzlich sind es zwei Songs, die wir auch sehr fühlen, weil sie für uns auch so eine Wendung bzw. Fortschritt gebracht haben.
Andre: Rave Love ist auch der Titel, an dem wir am längsten gearbeitet haben. Ich glaube dafür haben wir 300 bis 400 Stunden investiert, es war so Fleißarbeit und es hat sich am Ende ausgezahlt und das tut so gut.
Wir haben zu dem Zeitpunkt ja etwas gemacht, das zu der Zeit gar nicht so im Trend war. Es war so Slap House im Hype und wir haben da dann Hardstyle, eher softer Mainstream-Hardstyle oder Hardance gemacht – es war sehr melodisch aber es ist richtig gut angekommen.
Ravepedia: Wenn wir bei der Produktion eines neuen Tracks sind – wie sieht so ein typischer Studiotag bei euch aus?
AXMO: Unterschiedlich, so einen Studiotag kannst du einfach nicht planen. Du kannst jetzt nicht sagen, heute am Dienstag machst du den Hit und dann den Track. Du musst halt morgens den Vibe haben und Bock darauf, ins Studio zu gehen. Es gibt auch mal Tage, da haben wir gar keine Lust ins Studio zu gehen. Wir haben halt auch so viele Projekte und da liegen so viele Sachen, die noch nie jemand gehört hat oder auch nie jemand hören wird, weil wir zu dem Zeitpunkt davon einfach nicht überzeugt waren und auch nicht überzeugt sein werden. Dazu gehört dann aber auch, dass es an anderen Tagen auf einmal richtig gut läuft. So ein Studiotag ist so komplett unkoordiniert. Man kann es sich so ein wenig wie eine Lawine aus Ideen vorstellen – Es ist sehr unkontrolliert und nur Gefühl und am Ende entsteht etwas und wir lassen die Leute dann entscheiden. Wir laden es dann auf Social Media in kleinen Videos hoch oder spielen es Live und merken dann, ob es gut ist.
Ravepedia: Jetzt habt ihr mit „My Party“ einen neuen Remix eines 2000ers herausgebracht, den ich als Kind der 90er schon in der Originalversion gefeiert habe – erzählt uns mehr über die Entstehung des Remixes.
AXMO: Morten und ich (Andre) sind 1992/1993 geboren und wir hören viel die 2000er und lieben diese einfach auch. Wir waren damals also sechs oder sieben Jahre alte Kids, die zu den Songs durch die Wohnung gesprungen sind, ohne aber die Artists zu kennen. Irgendwann haben wir uns dann gedacht, lass uns diese „alten Tracks“ auch wieder den jungen Menschen näher bringen, die diese Songs gar nicht kennen. Die haben früher funktioniert, warum sollten sie heute nicht? Warum sollen wir die Künstler von damals nicht auch wieder in den Fokus bringen? Das sind die Artists, warum wir, AXMO, heute überhaupt da sind und diese Musik machen können.

„Wir haben „MY Party“ schon als Kind gefeiert“
„My Party“ war dann einfach ein Song, den wir beide gefeiert haben. Der kam uns dann in den Kopf, wir haben daraus eine kurze Version gemacht und den in Deutschland, in Asien, in Tokio und sogar in China live gespielt und die Leute haben den Track einfach gefeiert. Das hat dann Axel Konrad, der Produzent von Grove Coverage, gesehen, der auch „My Party“ produziert hat. Axel ist inzwischen ein sehr guter Freund von uns, mit dem wir viel zusammenarbeiten und mit dem noch einiges rauskommen wird.
Und dann kam er zu der neuen Version von „My Party“ zu uns und meinte. „Ey lasst uns den doch gemeinsam neu rausbringen…“ und wir haben dann auch gesagt, dann lasst und den zusammen mit Djane Housekat und Groove Coverage nochmal neu machen.
„Wir möchten den alten Tracks wieder neues Leben verleihen“
Auf Festivals sind ja vor allem junge Menschen, die diese Tracks nicht kennen und so beleben wir diese Songs einfach in einem neuem Gewand, einem neuen Sound wieder, der für die junge Generation einfach auch viel besser erreichbar ist.
Wir wollen dabei auch einfach immer, dass die ursprünglichen Künstler, die den Track kreiert haben, immer mit dabei sind und die jungen Menschen auch diese Künstler kennenlernen. Am Ende ist „My Party“ aktuell auch ein sehr wichtiger Song für uns, den wir auch überall spielen.
Ravepedia: Auf jeden Fall ist es ein Track, der uns den Festivalsommer begleiten wird, oder?
Auf jeden Fall, die Melodie funktioniert…
Ravepedia: Wenn wir schon beim Festivalsommer sind – wo können eure Fans euch und „My Party“ demnächst Live erleben?
Da gibt es schon einige diesen Sommer aber um bei den großen zu bleiben sind wir dieses Jahr auf jeden Fall auf dem Airbeat One, dem Open Beats, wir sind beim Karpaten Festival mit dabei aber am besten checkt ihr auf unserer Homepage einfach mal unsere zukünftigen Auftritte.
Auch gerne bei Spotify folgen, denn da seht ihr auf jeden Fall, wann wir in eurer Nähe spielen.
Ravepedia: Möchtet ihr euren Fans noch etwas sagen?
AXMO: Wir möchten uns als erstes für euren Support bedanken. Es ist immer schön eure Energy zu spüren, vor allem auch in der Frontrow mit euren Flaggen, wo wir einfach merken, dass ihr richtig Bock zu feiern habt. Ihr seid die Menschen, für die wir das alles machen und das bedeutet uns sehr viel. Es ist einfach unmöglich in Worte zu fassen.
Wir haben in ganz normalen Jobs gearbeitet, die uns nicht glücklich gemacht haben und dann schreibst du einen Song, den du an „Rave Culture“ in diesem Fall verschickst und merkst plötzlich, dass es da draußen Menschen gibt, die lieben, was du machst. Ihr habt uns von unserem alten Leben zu dem jetzigen getragen, da ihr uns gesagt habt, wir müssen Musik machen. Das hat uns die Energie gegeben zu sagen okay, wir machen Musik jetzt Vollzeit und dafür sind wir einfach unendlich dankbar.
AXMO, vielen Dank für eure Zeit und uns allen einen energiegeladenen Festivalsommer!
Zum Spotify von AXMO und ihrem neuen Track „MY Party“: AXMO
Zu den Tourdaten: Tourdaten